SONOR Mammut Digital Drum System / 1987

 

 

 

Markus Einheuser

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Diese Internetseite ist der Versuch, ein paar Informationen zu einem sehr speziellen Ausschnitt aus der langen Geschichte des deutschen Instrumentenherstellers SONOR (1875 bis heute) zusammenzutragen, über das nahezu nichts im World Wide Web oder anderswo zu finden ist. Jedenfalls nicht so ohne weiteres. Zu unbedeutend war dieses Kapitel wohl im Vergleich zu den weltweit sonst hohes Ansehen genießenden Produkten des Unternehmens, als dass das Internet oder andere Quellen hierzu etwas Brauchbares hergeben. Nach Einschätzung von Martin Knebel (Servicemitarbeiter bei SONOR) war das „Mammut System“ „… ja nur ein kurzes Intermezzo“. Tja, und das war es wohl auch. Ein musikalisches Zwischenspiel. Doch warum?

Es waren die Achtziger Jahre, als die elektronische Klangerzeugung in der Popularmusik mit Nachdruck und auf ganzer Linie Einzug hielt. Und diese Synthese machte auch vor den Schlagzeugen und ihren Sounds jener Zeit nicht Halt. Jeder Hersteller, der auf sich hielt, versuchte mitzuhalten. Auch wenn die britische SIMMONS Ltd. mit ihren prägenden Sechsecken den Markt mit weitem Abstand klar für sich entscheiden und dominieren konnte, entwickelten traditionelle Instrumentenbauer wie Pearl, TAMA, YAMAHA, sogar Premier (!) neben rein elektronisch ausgerichteten Wettbewerbern wie ddrum, DYNACORD, Roland, CASIO und WERSI (!) E-Drums.* Klar, dass auch sie einen Teil des Kuchens abhaben wollten, den Dave Simmons in St. Albans / Hertfordshire gebacken hatte.

* Exkurs: Wer sich eingehender mit der (Entstehungs-)Geschichte der E-Drums beschäftigen möchte, dem seien diese Seiten nahegelegt: Klick (Wikipedia), klick (Sticks) und klick (Amazona)! 

So auch SONOR, ein auf Holzverarbeitung spezialisiertes Unternehmen mit (damals noch) eigenen Metallwerkstätten für die Hardwareproduktion. Ein mutiger, aber wichtiger Schritt. Schließlich versprach man sich von den neuen elektronischen Drum-Sets enorme Absatzmöglichkeiten: „Dadurch, dass wir künftig … elektronische Drum-Sets [anbieten, d. Verf.], erschließen wir uns einen völlig neuen Markt und runden gleichzeitig unser Programm ab“ (Siegener Zeitung). Dabei war das gesteckte Ziel alles andere als bescheiden! „Was für Schlaginstrumente gilt, soll zukünftig auch für digitale Drum-Sets und elektronische Instrumente zutreffen: SONOR will auch mit diesen neuen Produkten Marktführer werden“ (ebd.). Auch wenn die Entwicklung eines gänzlich neuartigen Produktes, das ja den SONOR-Kernkompetenzen nur in Teilen entsprach, eine betriebswirtschaftlich ungeheure Kraftanstrengung hätte erfordern müssen. Wenn, ja wenn sich die Wittgensteiner* dabei nicht einer geschickten Kooperation bedient hätten. Doch dazu später mehr. Welche Bedeutung die elektronischen Drum-Sets dereinst erlangen sollten, konnte damals noch niemand erahnen. Wohin die Reise ging, sollte sich erst später zeigen.

* Der Firmensitz liegt im Wittgensteiner Land, Kreis Siegen-Wittgenstein, Südwestfalen.

Vom Komplett-Set zum Add-on. Ursprünglich sollte es ein vollständiges Set werden, mit dem die internationale Konkurrenz auf die Plätze verwiesen werden konnte. Ein E-Drum, das konsequent auf den neuen synthetischen Sound setzen sollte, der für die Popmusik der 80er Jahre so bezeichnend war. Geworden aber ist es ein variables System aus modularen Bestandteilen. Darauf ausgelegt, als elektronische Ergänzung eines konventionellen Drumkits genutzt zu werden. Das wirft Fragen auf.

Offensichtlich haben die Verantwortlichen bei SONOR in einer sehr frühen Phase des digitalen Engagements ihre Produktaufstellung binnen kurzer Zeit modifiziert. „Wurde im vergangenen Jahr [1986, d. Verf.] ein komplettes E-Drum-Set*, genannt Mammut, zumindest als Prototyp gezeigt, so besteht das nun angebotene und gebrauchsfertige System eher aus Einzelkomponenten“ (v. Bohr, S. 128). Vielleicht, weil sie bei Messen auf mäßigen Zuspruch des Fachpublikums gestoßen sind und wenig Vorbestellungen eingegangen sind? War der Preis am Ende doch zu hoch? War es weitsichtiges Marketing oder der Versuch, die investierten Entwicklungskosten mit einer alternativen Positionierung wieder hereinzuholen?

* Dies deckt sich auch mit einem Artikel der britischen Musikerzeitschrift „International Musician“, nach dem SONOR 1986 ein „EDK“ [= Electronic Drum Kit, d. Verf.] mit einer großen Snare und einem „Brain“ mit sechs Kanälen präsentierte (vgl. N.N.[1], S. 86).

Los ging’s jedenfalls im Februar 1987: „… das Mammut Digital Drum System ist (endlich!) lieferbar. Viele … haben schon lange darauf gewartet, jetzt werden die ersten Systeme ausgeliefert“ hieß es in einem Begleitschreiben, das SONOR einem Farbprospekt beilegte. Damit war SONOR allerdings ziemlich spät dran, vergegenwärtigt man sich, dass das „SDS V“ von SIMMONS immerhin bereits 1981 (!) auf den Markt kam. Ein schwieriges Unterfangen, denke ich, mit etwa sechsjährigem Versatz dem britischen Platzhirsch das Revier streitig machen zu wollen.

Das rechtzeitig zur Frankfurter Musikmesse (07. – 11.02.1987) fertiggestellte „Drum System“ stellte SONOR in Halle 8 (Stand 8.0 D 70) vor. Im offiziellen Messekatalog wurde das „Mammut“ jedoch nicht erwähnt, obwohl SONOR darin gleich die erste ganzseitige Werbeanzeige für sich reserviert hatte: „SONOR präsentiert die Welt der Percussion Instrumente: vom Tambourin bis zum professionellen Drum Set, vom Glockenspiel bis zum Konzert-Marimba“ (Messe Frankfurt GmbH, S. II). DYNACORD hingegen widmete ein paar Seiten weiter gleich eine ganze Annonce ihren „Advanced digital drums“, also dem „ADD-one“ nebst „Power-Pads“ (ebd., S. XIV).

Zur Promotion veranstaltete SONOR ergänzend eine deutschlandweite Konzertreihe an fünf ausgesuchten Veranstaltungsorten: „Alabamahalle“ (München), „Circus“ (Hannover), „Fabrik“ (Hamburg) u.a. Bei der Präsentation wirkten Udo Dahmen und drei weitere Musiker mit (Dr. Plaas-Link; aus einer E-Mail v. 25.03.2019).


[Bild] „Mammut“ Komponenten

Die Bezeichnung. Ich habe mich zu Beginn dieser Auseinandersetzung gefragt, was wohl die für das Marketing Zuständigen dazu bewogen haben mag, das Produkt „Mammut“ zu nennen. Meine spontanen Assoziationen: Groß, stark, mächtig, unangreifbar, erhaben, ausdauernd, … aber auch „alt“. Letzteres stimmt heute in jedem Fall. Das „Mammut Digital Drum System“ wurde im Februar 2017 dreißig Jahre alt! Im Falle des „Mini Mammuts“ haben sich die Ideengeber gleich eine einprägsame Alliteration und ein Wortspiel ganz besonderer Art ausgedacht. Auf den ersten Blick ein Paradoxon, enthüllte es dem Benutzer sehr bald, was gemeint war: Klein – aber oho! Geringe Abmessungen, mit groß(artig)en inneren Werten und Leistungsmerkmalen. Ein toller, kräftiger Sound. Kristallklare Klänge in CD-Qualität. Feinste Triggeransprache, die ihresgleichen suchte (und auch nach heutigen Maßstäben noch überzeugt). Eine vielseitige Tongestaltung. Gelungene Effektsounds (hier sei bespielhaft der „Waterclip“ erwähnt). In Summe und in der direkten Gegenüberstellung zu den Mitbewerbern erscheint mir die Bezeichnung „Mammut“ durchaus gerechtfertigt.

Das System war von herausragender Qualität – gebaut für die Ewigkeit. Oder fast. Und zwar sowohl mit Hinblick auf die technische Ausstattung als auch auf die materielle Ausführung. Hochwertigkeit war denn auch das erklärte Ziel des Unternehmens: „Auch bei diesen Schlaginstrumenten setzt SONOR auf Qualität, die ihren Preis hat“ (Jansen, S. 14). „‚Diese Geräte werden, wie überhaupt alle SONOR Instrumente, sowohl qualitativ als auch leistungsmäßig sehr hoch angesiedelt sein‘ sind sich Horst Link und Siegfried Acker [der damals zuständige Verkaufsleiter, d. Verf.] über den Erfolg der ‚neuen Generation‘ sicher“ (Siegener Zeitung). Bernhard Lösener lobte das Modul in seinem Artikel „Love The Machines – SONOR Mini Mammut“ (S. 82) wegen seiner soliden Verarbeitung, „… die das Prädikat ‚unkaputtbar‘ verdient hat …“. Made in Germany eben. Und ganz schön schwergewichtig – auch zu diesem Merkmal ließ sich eine gewisse Gemeinsamkeit mit dem namensgebenden „Urtier“ nicht verleugnen. Allein das Gehäuse der „Minis“ bestand aus 3 mm starkem, massivem Metall. Und ein 10“ Pad wog immerhin stattliche 2,75 kg! Genug, um im Bedarfsfall einen Einbrecher mit einem gezielten Wurf wirkungsvoll auszuschalten. Zum Vergleich: Ein SIMMONS-Pad aus der „SDS 2000“ Serie brachte gerade einmal die Hälfte, nämlich 1,38 kg auf die Waage.


[Bild] Pads im direkten Vergleich: SONOR und SIMMONS

Für die Entwicklung und das Marketing des elektronischen Schlagzeugs von SONOR zeichneten vor allem die beiden Urenkel des Firmengründers Johannes Link (1847 – 1914) maßgeblich verantwortlich. Während der 1986 36-jährige „Dr. Andreas [Plaas-]Link … sich in der Firma seines Vaters [Horst Link, d. Verf.] auf die technische Neuentwicklung spezialisiert …“ hatte (zu der eben auch das „Mammut System“ gehörte), kümmerte sich sein neun Jahre jüngerer Bruder Oliver unter anderem um die Werbung (Jansen, S. 14).


[Bild] Horst Link mit seinen Söhnen Andreas (l.) und Oliver (r.) (Quelle: Link)

Es sollte ein Premium-Produkt werden, ganz sicher. Ähnlich vielleicht wie im akustischen Segment das SONOR „Signature“, das ja seinerzeit gleichsam Maßstab und Meilenstein für die gesamte Branche war. Vergleichbar möglicherweise aber auch mit dem Anspruch des (ebenfalls 1987 vorgestellten) „SDX“ von SIMMONS, wenngleich dieses sowohl in konstruktiver als auch in preislicher Hinsicht einer anderen Kategorie zuzuordnen war.

Vor dem Hintergrund dieser ambitionierten Produktentwicklung ist eine 1985 geschlossene Liaison SONORs mit der süddeutschen Matth. HOHNER AG geradezu als glückliche Fügung zu bezeichnen, zumal sich die in Trossingen bei Stuttgart beheimatete Firma bereits seit 1959 mit der Entwicklung elektronischer Musikinstrumente beschäftigte; also zum fraglichen Zeitpunkt über genügend Know-How verfügte. Das „Digital Drum System“ war somit ein frühes Joint Venture dieser beiden deutschen Instrumentenbauer. Am 30. Mai 1985 berichtete die Siegener Zeitung, dass SONORs Firmenchef sie „… über eine künftige Kooperation mit der renommierten schwäbischen Firma ‚HOHNER‘, die in der Elektroakustik zu den führenden Anbietern zählt …“ informiert habe. Interessant sei die Kooperation vor allem auf dem Gebiet der digitalen Drum-Sets, so der Artikel weiter: „Bei den gemeinsam entwickelten Produkten liefern die Schwaben die nötige Elektronik, die Wittgensteiner die erforderliche Hardware.“ Ich bezweifele allerdings, dass diese Zusammenarbeit erst 1985 begann: „Es hat lange gedauert, bis SONOR sein fertiges E-Drum-Konzept vorstellte“ (v. Bohr, S. 128). Schließlich sind „einige Jahre der intensiven Entwicklung und Forschung auf dem Gebiet der Elektronik … vorausgegangen, bis SONOR das endgültige Gerät herausbrachte“ (ebd.). „Das Design – der Trigger Stick (patentiert) – die Speicherkarten für die Sounds – die Aufnahmen von alleine 30 Bassdrum-Sounds usw. haben mich zwei Jahre lang beschäftigt“ (Plaas-Link; aus einer E-Mail v. 21.03.2019). 1991 folgte übrigens mit der Eingliederung von SONOR der Anschluss an den HOHNER-Konzern.

Evolutionsbiologisch betrachtet, hätte das „Mammut“ aber auch aus dem Erbgut einer ganz anderen Parentalpaarung hervorgehen können: „Zu der Zeit hatten wir bei PPC ein eigenes System* entwickelt und … SONOR wollte unser System kaufen oder lizensieren. Ich hätte unser System auch gerne an SONOR verkauft, aber die beteiligten Entwickler waren dagegen und wollten selbstständig weitermachen“ (Mühlbauer; aus einer E-Mail v. 20.01.2017).

* „Das von uns entwickelte System war kein Sound-Modul, sondern eine programmierbare Trigger- / Schalteinheit. Damit konnte man z.B. [das] SIMMONS SDS V, Lynn Drum Computer und May Mikrofone mischen und die Mikros zum Triggern der elektronischen Sound-Erzeuger nutzen. Das SONOR Mammut war damit eher als Sound-Quelle … gedacht. Der DSC-32 Drum Sound Controller mit 32 Presets und 8 Kanälen war demnach eher als Ergänzung denn als Ersatz des Mammut gedacht.“ (Mühlbauer; aus einer E-Mail v. 08.06.2019)

Die Komponenten wurden – mit Ausnahme verschiedener elektronischer Bauteile* – in Deutschland hergestellt, einiges davon wohl in Aue bei Bad Berleburg, anderes in Trossingen oder anderswo (bei Zulieferern). Nach langer Entwicklungsdauer wurde das „Mammut Digital Drum System“ von 1986 bis 1990 produziert (vgl. Lösener, S. 82). Seither hat man sich bei SONOR nicht mehr mit elektronischen Drum-Sets beschäftigt. Etwa zeitgleich verabschiedete sich auch HOHNER von der Produktion elektronischer Musikinstrumente – vornehmlich (Heim-)Orgeln – und konzentrierte sich auf Mundharmonikas und Akkordeons.

* Andreas Plaas-Link: „Weil die Programmierung und Herstellung doch in Deutschland zu schwierig war, wurden wesentliche Teile der Technik in Japan entwickelt und gebaut“ (aus einer E-Mail v. 21.03.2019).

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar persönliche Bemerkungen platzieren: Jetzt, da die Abhandlung – jedenfalls, soweit es mir möglich war – fertiggestellt ist, staune ich schon ein bisschen, wie viele Informationen dann doch zusammengekommen sind. Nachdem ich lange Zeit keine einzige ausführlichere Auseinandersetzung zum „Mammut Digital Drum System“ von SONOR gefunden habe, liegt eine solche jetzt vor. Wenn andere sich darüber ebenso freuen wie ich mich selbst, sind Sinn und Zweck des Vorhabens* erreicht. Über sechseinhalb Jahre hat’s gedauert, in denen ich mich mal mehr, mal weniger – je nach Zeit, Lust und Laune – mit dem Thema beschäftigt habe. Sechseinhalb Jahre aber auch, in denen ich mich so richtig „eingegroovt“ habe …

* Das Ganze hatte schon ein bisschen was von „Paläontologie“, sich auf die Spurensuche dieses archaisch-fossilen „Geschöpfes“ zu begeben und die „Funde“ in aufbereitenden Rekonstruktionsversuchen auszuwerten. Nicht immer einfach. Beharrlichkeit, Akribie und ein „langer Atem“ haben sich am Ende aber schließlich ausgezahlt, denke ich.

Den Höhepunkt der Beschäftigung mit dem E-Drum von SONOR stellte – im Mai 2019 – ein Besuch bei Dr. Andras Plaas-Link, dem „Vater“ des „Mini Mammuts“, dar.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich bin weder Techniker noch Sound-Freak, werde also in dieser Darstellung nicht tief in die elektrotechnischen Facetten einsteigen. Eher geht es mir darum, einen allgemeinen Eindruck und eine verständliche Vorstellung von dem zu erwecken, was das „Mammut System“ einst war.

Markus Einheuser, im August 2019

> Das komplette System

„Das komplette System ist ausführlich im gesonderten Farbprospekt beschrieben“ (SONOR: „Newsletter Messeneuheiten 1987“).

Dieser sechsseitige DIN-A-4-Katalog, in dem das System vorgestellt wurde, gab seinerzeit den wohl umfassendsten Überblick. Von seinem Informationsgehalt hat er in den vergangenen Jahrzehnten nichts eingebüßt. Die dort zu lesende Bezeichnung „Mammut Digital Drum System“ kam allerdings etwas irreführend daher, verhieß sie doch eine rein digitale Klanggenese. Das „Mini Mammut“ generierte seinen Sound indes digital und analog.


[Bild] Farbprospekt (Cover / Quelle: Claessen)


[Bild] Begleitschreiben (Quelle: ebd.)

Das „System“ bestand aus sieben Komponenten:

Mini Mammut (Modul)
Mammut Cartridge (Einschubkassette mit Sound/s)
Mini Mammut Halter
Mammut Pad
Pad Halter (und Ständer)
Trigger Stick
Percussion Mikrofon System

In der Ausgabe 6/1987 des „Fachblatt[es] MusikMagazin“ fand sich darüber hinaus ein toller Testbericht (S. 128 – 131), in dem nicht nur die Steuergeräte, sondern auch die Cartridges, die Pads und der „Trigger Stick“ ausführlich behandelt wurden. Der Autor: Manni von Bohr.


[Bild] Fachblatt MusikMagazin 6/1987 (Cover)

Vermutlich 1988 brachte SONOR dann noch ein zweiseitiges, auf Vorder- und Rückseite bedrucktes Werbeblatt heraus, das unter der Überschrift „Sind electronic Drums out?“ den damaligen Schlagzeuger der Gruppe „Lake“ (und späteren Professor der Popakademie Baden-Württemberg und Vizepräsidenten des Deutschen Musikrates) Udo Dahmen als „Endorser“ (= prominente Person, die ein Produkt bewirbt und es zumeist selbst verwendet) zeigte. An einem „SONORlite“ mit fünf „Mini Mammuts“, „Trigger Stick“, Pads und Mikrofonen: Klick!

Auch Bob Henrit – Autor des Buches „The Complete SIMMONS Drum Book“ (1987) – hat sich mit dem „Mammut“ beschäftigt! Veröffentlicht im Februar 2015; damit stellte dieser Artikel gleichsam die bis zum Erscheinen der vorliegenden Publikation jüngste Quelle zum Thema dar (Quelle: www.mikedolbear.com).

Tabellarische Übersicht

Bezeichnung Artikel-Nr. UVP / DM (Jahr) Bemerkung im Besitz d. Verf.
Modul Mammut MR-6 k.A. 6.700,- (1986)* 6 Kanäle / mit 6 Cartridges (Prototyp)
Cartridge (MR-6) k.A. mit bis zu 3 Sounds (Prototyp) 1 („Crash“)
Drum-top-Midi Interface k.A.
Pad Mammut MP-12

(1. Generation)

k.A.

(weiß)

190,- (1986)* Varianten: Snare- / Tom-Pad (Prototyp) 1 (Snare-Pad mit 2 Triggern)
Bass Pad Mammut MP-12-BD

(1. Generation)

k.A.

(weiß)

190,- (1986)* mit 2 Ständern (Prototyp)
Pad Mammut MP-10

(1. Generation)

k.A.

(weiß)

170,- (1986)* (Prototyp)
Pad Mammut MP-8

(1. Generation)

k.A.

(weiß)

(Prototyp) 1

(Quelle: * N.N.[2]: „E-Drums – Übersicht“, S. 65) 

Mini Mammut Set (bestehend aus Pad mit Kabel, Modul und einer Cartridge) k.A. (in Preisliste 1989) 495,- (1989) Netzgerät im Lieferumfang enthalten
Modul Mini Mammut MSU (auch „MM Unit“) 333 000 01 1.267,- (o.J.)

1.200,- (1987)**

1.100,-***

1 Kanal

(mit Netzgerät, ohne Cartridge)

4 (davon 1 in originaler Verpackung)
Netzgerät Typ 2421 k.A. 220 V / 9 V (± 15 V) 4 (original)
Bedienungsanleitung deutsch k.A. 2 (original)
Cartridge (MSU)

 

333 001 01 196,- (o.J.)

178,- (1987)**

mit 1 bis 8 Sounds 9 (+ 6 Prototypen)
Mini Mammut Halter 333 002 01

Z5268

135,- (o.J.)

120,- (1987)**

134,- (1989)

mit Vario Clamp Z5526a 1 (für zwei Module)
Pad Mammut MP-10

(2. Generation)

333 003 53

MP (schwarz)

325,- (o.J.)

290,- (1987)**

240,- (1989)

Kabel im Lieferumfang 1
Pad Mammut MP-10

(2. Generation)

333 003 54

MP (weiß)

325,- (o.J.)

290,- (1987)**

240,- (1989)

Kabel im Lieferumfang 1 (mit SONOR Schlagfell)
Pad Mammut MP-10

(2. Generation)

k.A. (in PL 1989)

(anthrazit)

325,- (o.J.)

290,- (1987)**

Kabel im Lieferumfang
Pad Halter

 

333 004 01

Z5269

77,50 (o.J.)

80,- (1989)

Pad Doppelständer 125 050 01 Z5265/2 272,- (1989)
Pad Doppelhalter 125 051 01 Z5528b 230,- (1989)
Pad Zusatzarm 125 052 01 Z5509c 47,- (1989)
Prisma Klemmung 116 060 01 Z5507c 35,- (1989)
Trigger Stick

 

333 005 01 234,- (o.J.)

385,- (1987)**

2
Mikrofon C 8 168 500 01

C 8

527,- (1989) mit Halter, Kabel und Etui 1 (komplett)
Demo Kassette k.A. vermutl. kostenlos ca. 7 Minuten 1

(Quellen: SONOR: „Preisliste“ (o.J.) u. „Preisliste 1989“ / Weitere Quellen: ** v. Bohr: „SONOR Mini Mammut“, S. 131 / *** Lösener: „Love The Machines – SONOR Mini Mammut“, S. 82) 

> Module

Mammut MR-6 (Prototyp)

Rob Knetsch stellte in seinem „Handbook Electronic drumkits“ neben dem bekannten „Mini Mammut MSU“ (S. 147) ein weiteres (!) Modul vor; das „Mammut MR-6“ (S. 146). Hierbei soll es sich, so Knetsch, um ein sechskanaliges Gerät gehandelt haben – ein „Brain“ also für ein ausgewachsenes elektronisches Drumkit! Einen weiteren Hinweis auf ein „großes“ Modul gab das „musik spezial“ 1986: Dort war die Rede von einem „Mammut 6-Kanal Rack“, das als „… ein ausgereiftes, sehr durchdachtes und extrem einfach zu bedienendes Gerät …“ beschrieben wurde (N.N.[2], S. 65). Offensichtlich sollten die neuen Geräte bereits im Juli 1985 auf einer Messe in den USA vorgestellt werden (vgl. Siegener Zeitung).


[Bild] Das sagenumwobene Ur-„Mammut“ (Quelle: musik spezial[2])


[Bild] Andreas Plaas-Link mit dem Ur-„Mammut“ (Quelle: Plaas-Link)

Ich halte es für wahrscheinlich, dass es sich bei dem „MR-6“ (das Buchstabenkürzel mag für „Mammut Rack“ stehen) um ein Rahmengestell mit sechs „Mini Mammuts“ oder deren Vorserienvarianten gehandelt hat. Ich vermute aber, dass das „MR-6“ nicht verkauft wurde, da es die Serienreife sicher noch nicht erreicht hatte. 6.700,- DM sollte bezahlen, wer ab 1986 so ein Ungetüm besitzen wollte (vgl. N.N.[2], S. 65) – wenn es denn erhältlich gewesen wäre. Wohlgemerkt nur für das Modul und sechs Cartridges! Zum Vergleich: Ein SIMMONS „SDS 1000“ beispielsweise kostete zur selben Zeit „nur“ 2.995,- DM (UVP), komplett mit Pads, Ständern und Kabeln. Sicher, in Verbindung mit den großen, 12“ messenden Pads und schwarz-eloxierter (!) Hardware hätte es als vollständige E-Batterie ein ernstzunehmendes und heiß begehrtes Instrument abgeben können (ohne elektronische Cymbal-Pads freilich, die ja in den 80ern praktisch noch nicht existierten). Aber eben nicht zu diesem Preis. Die vorstehend bezeichnete Quelle sprach sogar davon, dass „… ein die Möglichkeiten enorm erweiterndes ‚Drum-top-Midi Interface‘ lieferbar …“ gewesen sein soll! Na, … „in Planung“ war hier sicher zutreffender als „lieferbar“, denke ich. Übrigens: Auch über eine Endstufe (!) und Lautsprechersysteme ist ganz offensichtlich bei SONOR nachgedacht worden. Hierzu gab es bereits Artikel-Nummern, Bezeichnungen und Preise (vgl. SONOR: „Datenblatt inkl. Sound-Bibliothek und Preisliste“)! Unwahrscheinlich aber, dass diese Ergänzungen jemals – auch nur ansatzweise (z.B. als Prototypen) – umgesetzt wurden.


[Bild] Endstufe und Lautsprechersysteme (Quelle: SONOR)

Allem Anschein nach ist anfangs auch ein siebenkanaliges Modul der Firma Citec benutzt worden, um erste Erfahrungen zu sammeln. Bevor ein eigenes, selbst entwickeltes Modul (als Prototyp) zur Verfügung stand. Auf dem zweiten Foto in dieser Rubrik („Andreas Plaas-Link mit dem Ur-‚Mammut‘“) sind am rechten Bildrand zwei solcher Geräte zu sehen. Hierbei handelte es sich vermutlich um das Citec „CDX 9“.

Im September 2017 bot ein Verkäufer aus der Nähe von Warschau auf einer polnischen Internetplattform ein Modul mit der Bezeichnung „Sonor Citec CDX 9“ (!) an (dasselbe möglicherweise, was bereits im November 2011 bei ebay angeboten wurde). Vielleicht war dies eines der Geräte, umgelabelt für SONOR?


[Bild] „SONOR / Citec CDX 9” (Quelle: ebay)

Die Entwicklung des „MR-6“ ist tendenziell wohl eher HOHNER (in Kooperation mit der Firma Citec / Japan) zuzuordnen, während das spätere „MSU“ neben „Trigger Stick“, Sounds usw. eher bei SONOR (in Zusammenarbeit mit Kazuo Morioka und seinen Entwicklern / Japan) verortet waren.

Mini Mammut MSU (Serie)

Das „Mini Mammut MSU“ (das Kürzel stand für „Mammut Sound Unit“ / in der Bedienungsanleitung wurde es als „MM Unit“ bezeichnet) ließ sich ganz offensichtlich besser verkaufen – wenn auch bestimmt nicht in zufriedenstellenden Stückzahlen. Eher aber als Ergänzung akustischer Schlagzeuge. Die Konzeption der Module wies stark darauf hin, dass sie im Gegensatz zu dem großen „MR-6“ eben auch nur als „Add-on“ verstanden werden sollten. Und tatsächlich: „Das SONOR Mammut System wurde konzipiert, um dem akustisch spielenden Drummer eine Möglichkeit zu geben, elektronische Klänge in sein Spiel einzubauen, ohne die bisherige Spieltechnik ändern zu müssen. (…) Die Mini Mammut Unit lässt sich in die Drum Hardware integrieren …, wobei mit dem Mini Mammut Halter 1-2 Units befestigt werden können“ (SONOR: „Mini Mammut Bedienungsanleitung“, S. 3). SONOR warb damit, dass „… kein komplettes Set angeschafft werden …“ müsse, räumte aber gleichzeitig die Option ein, „… stufenweise erweitern …“ zu können (SONOR: „Begleitschreiben“).


[Bild] Das „Mini Mammut MSU“


[Bild] Die Vorderseite mit Bedienelementen und Kartenschacht

Die Frontblende des „Mammut“ Moduls wirkte aufgeräumt, sachlich und ästhetisch. Schrifttyp: ARIAL* (bold).

*Arial … ist eine Groteskschrift, die von … Robin Nicholas und Patricia Saunders 1982 für Monotype geschaffen wurde …“ (Quelle: Wikipedia). Damit war Arial damals eine ziemlich neue und moderne Schrift.


[Bild] Die rückwärtige Ansicht mit Anschlüssen

Wer sich aber ein komplettes, fünfteiliges E-Set aus Einzelelementen zusammenstellen wollte, musste 1987 tief in die Tasche greifen:

5 x 1.200,- DM (für 5 Steuergeräte) = 6.000,- DM
5 x 178,- DM (für 5 Cartridges) = 890,- DM
5 x 290,- DM (für 5 Pads) = 1.450,- DM
1 x 385,- DM (für 1 „Trigger Stick“) = 385,- DM

Zusammen ergab dies einen UVP von 8.725,- DM! Spielfähig war man damit allerdings noch nicht, fehlten doch Hardware, Verstärker und Lautsprecher …

Ein Bassdrum-Pad gab’s 1987 jedoch gar nicht (mehr), auch keine Halterung, mit der ein Tom-Pad hätte umfunktioniert werden können! Hier hätte man sich selbst eine Konstruktion bauen (lassen) müssen. Zum Beispiel so eine:


[Bild] Selbstgebaute „Bassdrum“-Halterung

Rund 10.000 DM (!) mögen für sich sprechen und sicher so manchen Amateur abgeschreckt haben. Allenfalls für Profis mit genügend Kaufkraft und dem Wunsch, ein E-Drum von SONOR besitzen zu wollen, dürfte dies interessant gewesen sein. Aber mit professionellem Equipment wurden und werden keine Stückzahlen erreicht. Ein Unternehmen wie SONOR braucht „Masse“ und lebt von den „Consumern“.


[Bild] Im Inneren des „Mini Mammuts“

Ein schönes Detail: Auf den Leiterplatten befand sich an mehreren Stellen der Firmenname SONOR, in einem Fall sogar aus demselben, silbernen Material (Zinn?) der Leiterbahnen! Da hätte es ja eigentlich nur noch gefehlt, dass die Kondensatoren mit den von Otl Aicher entworfenen SONOR-Schlägeln („einer runter, einer hoch“) bedruckt gewesen wären. Wer aber hier zwischen all den kleinen Bauteilen, Leitungen und Lötstellen Chips deutscher Provenienz wähnt, irrt. Verbaut wurden ICs der japanischen Herstellerr NEC und Hitachi. Aber auch Mikrochips von Motorola, National Semiconductor, SGS und Texas Instruments sind in dem Gemenge der Widerstände, Kondensatoren und Dioden zu finden.

Features: Jedes Modul verfügte werksseitig über einen internen Sound (und zwar den eines 13“ Rocktoms). Zusätzlich konnten über eine Cartridge weitere Klänge eingespeist bzw. abgerufen werden; auf einer solchen Karte waren bis zu 8 Sounds gespeichert. Das Gerät war an seiner Vorderseite mit Reglern für Volume, Volume Dynamic, Pitch (Tonhöhe), Pitch Dynamic, Pitch Bend (Tonhöhenanstieg oder -abfall am Ende des Sounds), Cut Off (Tiefpassfilter), Cut Off Dynamic, – Decay (Klanglängenverkürzung), Noise (Rauschen), Panorama (Klangbalance Stereo), Attack (Eingangsimpuls) und Level (Eingangsempfindlichkeit) ausgestattet. Mit ihnen konnte der ausgegebene Sound zum Teil ganz erheblich und eindrucksvoll verändert werden. Startkonfiguration für den Anfang: „Volume“ nach rechts, „Level“ nach links, alle anderen Schieber in Mittelstellung … und schon stellten Wirbel, Doublestrokes und dergleichen kein Problem dar. Der Rest war dann Geschmacksache und blieb dem experimentierfreudigen Drummer überlassen.

Drei Taster ergänzten darüber hinaus die Regler: Neben einem On- / Off-Schalter gab’s links davon einen mit „Int“ gekennzeichneten Knopf (als Umschalter zwischen internem und externem Sound / Cartridge) und rechts einen für den Trigger („Trig“), mit dem Sounds direkt, also ohne zum Beispiel ein Pad zu verwenden, ausgelöst werden konnten. Zuunterst folgte dann noch ein weiterer Schieberegler („Select“), mit dem sich die einzelnen Sounds einer eingelegten Cartridge auswählen ließen.

Eine Batterie suchte man im „Bauch“ des „Frühzeitgeschöpfes“ vergeblich. Somit gab es also auch keine Möglichkeit, Sounds zu speichern. Außer natürlich indirekt über die Beibehaltung der Reglerstellungen (wie auch beim SIMMONS „SDS V“). Der Vorteil: Wo es keine Batterie gab, konnte auch keine auslaufen und Platinen oder deren Komponenten zerstören.

An der Rückseite des Moduls befanden sich neun In- bzw. Outputs: Micro In, Micro Out, Trig Stick, CV Out, CV In, Rim Out, Out, Pad In, Power. Es gab „… drei Möglichkeiten, die Mini Mammut Sounds anzusteuern: durch Pads …, durch Mikrofone oder vom Band durch den Mikro-Audio Eingang. Erweitert werden die Ansteuerungsmöglichkeiten durch den SONOR ‚Trigger Stick‘“ (SONOR: „Mini Mammut Bedienungsanleitung“, S. 3). Und natürlich über den oben erwähnten Schalter „Trig“. Ein Midi-Anschluss existierte nicht.

Beschriftet waren die Geräte auf den großen Seitenflächen, beidseitig links unten (Schrifttypen: Britannic Bold / Copper Black):


[Bild] Seitliche Beschriftung

Auf der Unterseite befand sich ein schwarzer Aufkleber, der die Produktions- oder Serien-Nr. („No.“) trug. Bei meinen Modulen sind es die Nummern 0334, 0358, 0519 und 0560.

Zum Lieferumfang eines „Mini Mammut“ Moduls gehörten ein Netzgerät, eine Bedienungsanleitung, eine Garantiekarte, eine Servicekarte (mit Fragen zur Verwendung des Systems und zur Zufriedenheit mit dem Gerät) sowie eine kopierte Übersicht mit verfügbaren Cartridges bzw. Sounds.

Die „Mini Mammuts“ tauchen gelegentlich (aber eher selten) – ebenso wie die 10“ Pads (der 2. Generation) – bei ebay oder in Kleinanzeigenportalen auf. Die weiteren Komponenten (hiermit meine ich vor allem die verchromte Hardware oder den „Trigger Stick“) gibt’s im Grunde gar nicht mehr – wenn es sie je in bedeutsamer Anzahl gegeben hat.

Technische Daten

  Mammut MR-6 (Prototyp) Mini Mammut MSU (Serie)
Maße (Breite x Höhe x Tiefe) 48,2 cm x 18 cm x (k.A.) cm* 6,7 cm x 17,1 cm x 31,3 cm**
Gewicht k.A. 1,88 kg**
Sample Rate Quasi 14 Bit System k.A. – 41,7 kHz
Frequenzgang linear k.A. 20 kHz (41,7 kHz)
Signal Dynamik (laut / leise) k.A. 82 dB
Rausch Signal Verhältnis k.A. 87 dB
Pad Dynamic (laut / leise) k.A. 100 dB
Rimshot Rausch Verhältnis k.A. 70 dB
Übersprechen Rimshot / normal Signal k.A. 60 dB
Signal Ausgang k.A. 0,5 Millivolt – 4 Volt
Trigger Eingang k.A. 50 Millivolt – 6 Volt
Audio Eingang k.A. 250 Millivolt – 1,4 Volt

(Quelle: SONOR: „Mini Mammut Bedienungsanleitung“, S. 12 / Weitere Quellen: * Knetsch: „Handbook Electronic drumkits“, S. 146 / ** d. Verf.)

Das originale Netzgerät, das zur Serienausstattung der Module gehörte, war mit einem fast zwei Meter langen, grauen Kabel versehen, an dessen Ende ein fünfpoliger DIN-Stecker befestigt war.


[Bild] Netzteil


[Bild] Technische Daten

> Bedienungsanleitung

DIN-A-5, 12 Seiten, deutsch (vermutlich damals auch in englischer Sprache erhältlich), © Johs. Link KG, Printed in Germany, ohne Jahresangabe: Klick!


[Bild] Bedienungsanleitung (Cover)

> Cartridges und Sounds

Cartridges (= Einschubkassetten mit Sounds) existierten mit den Bezeichnungen „DR 1“, „DR 2“, „DR 3“, „E 1“, „E 2“, „E 3“, „M 1“, „M 2“, „M 3“, „P 1“, „P 2“, „P 3“, „P 4“, „P 5“, „SN 1“, „SN 2“ sowie „C 1“, „C 2“, „C 3“ und „C 4“. Zur Markteinführung im Februar 1987 waren „… 17 Cartridges mit nahezu 100 Sounds lieferbar“ (SONOR: „Begleitschreiben“). Im Juni desselben Jahres waren es 20 Steckkarten (vgl. v. Bohr, S. 130). Laut einer anderen Quelle umfasste die „Mammut Bibliothek“ zur Musikmesse 1987 exakt 98 Sounds und Effekte, „… die auf Cartridges mit je 1 bis maximal 8 Sounds bestückt sind. Das Cartridge-Einschub-System* ermöglicht ein schnelles Austauschen der Sounds in der Mini Mammut Unit“ (SONOR: „Newsletter Messeneuheiten 1987“). Die Anzahl der Sounds auf einer Karte richtete sich nach ihrer Dauer, da nur ein begrenzter Speicherplatz zur Verfügung stand. Ein lang ausklingendes Becken zum Beispiel nahm mitunter die gesamte Speicherkapazität einer Cartridge in Anspruch. Das ließ dann aber Soundlängen von bis zu acht Sekunden zu! „RAM-Cartridges, auf denen Sounds abgespeichert werden konnten, waren nicht erhältlich“ (Lösener, o.S.).

* „Übrigens war damals die Verwendung der Speicherkarten die Vorwegnahme der heutigen USB-Sticks. (…) Auch das Verfahren im leisen Bereich sehr rauscharm zu arbeiten, entsprach genau dem später eingesetzten Dolby Verfahren“ (Plaas-Link; aus einer E-Mail v. 21.03.2019). 

„Die im Cartridge gespeicherten Sounds sind Natursounds. Sie sind im Studio auf ein PCM-Masterband (also digital) aufgezeichnet“ (v. Bohr, S. 130) worden. Was lag da näher als die akustischen Instrumente aus eigenem Hause für diese Aufnahmen heranzuziehen? Ich denke, genau das ist damals gemacht worden.

Akustische und elektronische Sounds. Die Anzahl der verfügbaren Percussionsounds war ungewöhnlich hoch: Nicht nur Bongos, Cabasas und Kastagnetten (!) waren verfügbar, sondern auch Claves, Congas, Cowbells, Gato Drums (Schlitztrommeln), Guiros, Maracas, Templeblocks, Timbales und Timpani. Unter anderem. Damit bildete SONOR einen beachtlichen Teil seines akustischen Percussion- und Orff-Instrumentariums aus eigener Fertigung ab, für das das Unternehmen als unangefochtener Weltmarktführer rangierte (und rangiert?). Aber auch die für die damalige Zeit so typischen und beliebten elektronischen Sounds („piuw piuw“) fehlten natürlich nicht. Ich wage zu behaupten, dass wohl nur wenige E-Drum-Hersteller eine derartige Fülle von Schlagzeug- und Schlagwerksounds anboten!

Ein 30“ Chinese Gong fehlte nach meinem Empfinden, aber der gewaltige Nachhall von knapp 10 kg Glockenbronze hätte die kleinen Speicher der Cartridges zweifelsohne arg überfordert. Ebenso fehlte der in den 80er Jahren so populäre „Handclap“, ein synthetisches „Händeklatschen“ …

Die Maße (Breite x Höhe x Tiefe) der Cartridges betrugen 5 x 1,3 x 13,2 cm. Ein Aufkleber an der Oberseite informierte über die Sounds der jeweiligen Cartridge. Zwei weitere, am Griff angebrachte Sticker signalisierten dem Benutzer, welche Karte gerade eingelegt war. Übrigens konnte das „… Tonhöhenlevel … mit einem kleinen Schraubenzieher auf der Vorderseite (zusätzlich zur Pitch-Regelung an der Mini Mammut Unit) eingestellt werden“ (SONOR: „Mammut Digital Drum System“, S. 4).

Sämtliche im Sommer 1987 erhältlichen Cartridges und Sounds sind im Folgenden dargestellt (vgl. ebd., S. 6):

Cartridge Sounds und Effekte
C 1 – Cymbals 1 Medium Thin Crash
C 2 – Cymbals 1 Heavy Ride
C 3 – Cymbals 1 Medium Ride / 2 Bell Ride
C 4 – Cymbals 1 Big Chinese
DR 1 – „Toms Room“ 1 Tom 8“ Room / 2 Tom 10“ Room  / 3 Tom 12“ Room  / 4 Tom 14“ Room
DR 2 – „Toms“ 1 Tom 10“ nature / 2 Tom 12“ nature / 3 Tom 13“ nature / 4 Tom 15“ nature
DR 3 „Toms / Basses“ 1 Bass Drum Room Trigger / 2 Electrified Bass 22“ / 3 Kick low tuned 1 / 4 Kick low tuned 2 / 5 Rock Tom 10“ / 6 Rock Tom 12“ / 7 Rock Tom 13“ / 8 Nature Snare
E 1 – „Effect“ 1 Breaking Glass
E 2 – „Effect“ 1 Applause Rock / 2 Applause Classic
E 3 – „Effect“ 1 Magic / 2 Aggression
M 1 – „Set Room“ 1 Bass Drum Room Trigger / 2 Snare high tuned Room / 3 Tom 12“ Room / 4 Tom 14“ Room
M 2 – „Set Rock“ 1 Electrosnare 1 / 2 Submarine Snare / 3 Electrified Bass 22“ / 4 Kick low tuned 1 / 5 Kick low tuned 2 / 6 Rock Tom 10“ / 7 Rock Tom 12“ / 8 Rock Tom 13“
M 3 – „Mix“ 1 Timbales high Rim / 2 Timbales low Rim / 3 Timpani C / 4 Timpani G / 5 5½“ Snare / 6 Generator Snare / 7 Kick low tuned / 8 Cowbell low
P 1 – „Percussion“ 1 Conga high Head / 2 Conga low Head / 3 Conga high Slap / 4 Conga flat Slap / 5 Timbales high Rim / 6 Timbales low Rim / 7 Timbales high Head / 8 Timbales low Head
P 2 – „Percussion“ 1 Bongo high / 2 Bongo low / 3 Claves high / 4 Claves low / 5 Templeblock high / 6 Templeblock low / 7 Gato Drum high / 8 Gato Drum low
P 3 – „Percussion“ 1 Cabase / 2 Maracas / 3 Tubo / 4 Vibra Slap / 5 Cowbell high / 6 Cowbell low / 7 Whistle high / 8 Whistle low
P 4 – „Percussion“ 1 Timpani C / 2 Timpani G / 3 Tabla top / 4 Tabla high / 5 Guiro / 6 Guiro long / 7 Harmonics / 8 Castanet
P 5 – „Percussion“ 1 Breaking Glass / 2 Waterclap / 3 Frog single / 4 Rubber Devil / 5 Frog 2 / 6 Guiro short / 7 Waterdisco / 8 Frog 1
SN 1 – „Snares“ 1 American Standard / 2 Nature Snare / 3 5½“ Snare / 4 Generator Snare / 5 Electrosnare 1 / 6 Electrosnare 2
SN 2 – „Snares“ 1 Snare high tuned Room / 2 Snare low tuned Room / 3 Snare middle tuned Room / 4 Bass Drum Room Trigger

Bestimmte Samples wurden mehrfach verwendet, auf verschiedenen Cartridges. Eine „5½“ Snare“ gab’s zum Beispiel auf der „M 3“ („Mix“) und auf der „SN 1“ („Snares“), den „Bass Drum Room Trigger“ fand man sogar gleich auf drei Cartridges („DR 3“, „M 1“ und der „SN 2“). Bereinigt um diese „Mehrfachbelegungen“, blieben ca. 76 unterschiedliche Einzelsounds.

Ursprünglich waren zudem die Sounds „Chopin“, „Fantastique“ und „Tusch“ (wegen des größeren Speicherbedarfes jeweils als Single-Sample auf einer Cartridge) sowie „Besen Snare“, „KS-Akkord” und sogar „SIMMONS 22““ (!) vorgesehen (vgl. SONOR: „Datenblatt inkl. Sound-Bibliothek und Preisliste“), die dann aber nicht in die „Sound-Library” aufgenommen wurden. Die Sammlung sollte laufend ausgebaut werden. „Zukunftsmusik“: Klavier, Bells, … der Fantasie waren kaum Grenzen gesetzt (vgl. ebd.).


[Bild] SONOR Cartridges des „Mammut Systems“

Soundbeispiele (sechs ausgewählte MP3-Samples)

Cartridge M 3 – „Mix“ (Auswahl): „Kick low tuned“ / „Generator Snare

Cartridge M 1 – „Set Room“ (Auswahl): „Tom 12“ Room“ / „Tom 14“ Room

Cartridge P 5 – „Percussion“ (Auswahl): „Waterclap“ / „Frog 2

Eine Sound-Demonstration eines kompletten Sets gibt‘s in der Rubrik „Demo Kassette

CD-ROMs mit den Sounds des „Mini Mammuts“ sind heute eher zu bekommen als die originalen Cartridges. Immer mal wieder tauchen solche Angebote auf, etwa von „ltmLab“ (D) oder „soundbox“ (USA).


[Bild] CD-ROM (Quelle: soundbox)

> Pads

Das herausragendste Konstruktionsmerkmal der SONOR-Pads stellten unbestritten die originalen Schlagfelle und Spannreifen dar! In dieser Hinsicht haben SONOR und ddrum echte Pionierarbeit geleistet. In ähnlichen Ansätzen haben dies zwar sowohl SIMMONS (mit den so genannten „Hexahead“ Pads – übrigens mit ungewöhnlichen 11“ (!) Fellen und eher bescheidenen Triggereigenschaften) als auch TAMA (mit den „Techstar TS-500“ Pads) versucht – an die SONOR-Pads kamen sie m.E. aber nicht heran! In der konsequenten Weiterentwicklung hat Roland (in Zusammenarbeit mit REMO) später dieses Konstruktionsprinzip aufgenommen, indem „Meshheads“ (netzartige Gewebefelle) unter Spannrahmen einführt wurden.

Zu unterscheiden war zwischen Pads der 1. und 2. Generation.

Die Pads der 1. Generation (Prototypen)

Ihnen haftete irgendwie der Hauch eines Prototyps, Vor- oder Kleinserienmodells an. Sie wirkten wie eine Vorhut (und so war es ja auch). Rob Knetsch zufolge waren ehedem folgende Pads im Gespräch: Das „MP-12“, das „MP-12-BD“ und das „MP-10“ (S. 145)*. Was der Niederländer offensichtlich nicht wusste, war, dass auch ein 8“ Triggerpad existierte. Ich auch nicht, bis im April 2010 ein Paar bei ebay auftauchte. Drei Jahre später, im März 2013, dann das nächste! Der Verkäufer aus Neu-Ulm offerierte es als kleines, weißes E-Pad mit einem Felldurchmesser von ca. 20 cm – was ich zunächst für einen Schreibfehler oder Irrtum hielt. Zu Hause nachgemessen, bestätigte sich die angegebene Größe jedoch! Diese Pads sind extrem selten.

* Die Tom-Größen (12“ und 10“) bestätigte auch das „musik spezial“ (vgl. N.N.[2]). 

Die für die damalige Zeit ziemlich großen und spielfreundlicheren 12“ Pads waren und sind ebenso selten. Nur ein einziges Mal habe ich ein solches zu Gesicht bekommen. Wieder über ebay und mit weißer Unterschale. Drei, zwei, eins – meins! Das „MP-12“ wechselte den Besitzer:


[Bild] Oberseite des „MP-12“ (Prototyp)


[Bild] Unterseite (Schale) mit Hardwareaufnahme

Es fällt auf, dass die Spannreifen schwarz ausgeführt und mit sechs ebenfalls schwarzen Schlitzschrauben am Padgehäuse befestigt waren. An der Unterseite war das Pad nicht beschriftet, an den schmalen Seitenrändern (rechts und links) sowie auf der Oberseite der Halterung hingegen waren kleine Aufkleber („SONOR“ – ohne „Made in Germany“) angebracht. Bei meinem Exemplar befindet sich ein zusätzlicher kleiner Aufkleber („Snare“) unterhalb der Halterung: Ein Hinweis auf eine Variante mit zwei Triggern.

„MP-10“: Ob 10“ messende Pads der ersten Charge wirklich existierten, ist mir nicht bekannt. Ich habe zumindest noch nie eins gesehen.

Das „MP-8“ (wenn es denn so bezeichnet wurde) entsprach in seiner Ausführung exakt dem „MP-12“ – jedenfalls in der Tom-Variante. Lediglich die Holzschicht (unter dem Schlagfell) wies bei dem kleineren Pendant keine Sternfräsung auf (Erläuterungen hierzu weiter unten).


[Bild] Das „MP-8“ (Prototyp)

Zudem war ein eigenes Bassdrum-Pad (mit der Bezeichnung „MP-12-BD“) vorgesehen. Ich gehe davon aus, dass es mit eigenen Ständern ausgeliefert werden sollte. Hierzu fand sich ein Hinweis in Knetschs „Handbook Electronic drumkits“ (S. 145): „Tracks: Yes, total: 2“. Es dürfte aber leichter fallen, den Heiligen Gral zu finden, als ein Bass-Pad der 1. Generation!

Nach meiner Kenntnis gab’s die Pads der 1. Generation ausschließlich mit weißer Schale (Nachteil: Weiß vergilbt mit der Zeit durch UV-Licht und verqualmte Proberäume).

Die beiden seit 2013 in meinem Besitz befindlichen Pads der 1. Generation stammen ursprünglich von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma HOHNER, zu dem ich Jahre später im Zuge weiterer Recherchen zufällig telefonisch Kontakt aufgenommen habe: Hermann Niklewski aus Trossingen war damals bei HOHNER als Elektroniker an der Entwicklung und Produktion der ersten Module beteiligt und berichtete mir im März 2019, dass zu diesem Zweck SONOR die Pads der 1. Generation zur Verfügung gestellt habe. Insgesamt seien etwa fünf bis zehn Prototypen – also komplette E-Drums (!) – gebaut worden, um sie auf Messen vorzustellen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Prototypen-Pads der 1. Generation absolut identisch waren mit den japanischen CITEC-Pads (aus der „CDX“-Serie), die von der Münchener Firma MEV (Musik und Elektronik Vertrieb GmbH) vertrieben wurden (vgl. N.N.[2], S. 60)! Wahrscheinlich hat SONOR diese Pads zugekauft, „umgelabelt“ und mit Schlitzschrauben versehen. Das könnte auch erklären, warum auf den Pads der Zusatz „Made in Germany“ fehlte.

Technische Daten

Pads der 1. Generation MP-12 MP-12-BD MP-10 MP-8
Maße (Durchmesser x Höhe) 35,6 x 8,3 cm 35,6 x 8,3 cm* k.A. 25,6 x 8 cm
Gewicht 2,73 kg 3,1 kg* k.A. 1,68 kg
Fell 12“ 12“ k.A. 8“
Spannreifen dreifach geflanschter Stahl, schwarz
Stimmschrauben (Schlitz) 6, schwarz 6, schwarz* k.A. 4, schwarz
Rim Trigger ja (Snare-Pad) k.A.
Hardware-Aufnahme Öse mit Gewindestange / in aufliegendem Gussgehäuse / für ca. 10 mm Halter
Anschluss (male) XLR XLR* k.A. XLR
Entwicklungsstufe Prototypen

* (Schätzung d. Verf.)

Die Pads der 2. Generation (Serie)

Bekannter waren in den 80er und 90er Jahren natürlich die späteren Pads des Serientyps „MP-10“, die man auch heute noch von Zeit zu Zeit bei ebay findet (wenn auch eher selten). Sie wirkten deutlich „erwachsener“, ausgereifter und professioneller. Es gab sie sowohl mit schwarzer als auch mit weißer Unterschale. Anfangs zudem in Anthrazit. Sowohl Spannreifen als auch Schlitzschrauben waren verchromt. Die Hardwareaufnahme erinnerte stark an die bei den akustischen Serien verwendete Prismenklemmung, die mit einer für die damalige Hardware typischen Hebelmutter arretiert wurde.


[Bild] „MP-10“ Pads in drei Farbvarianten (Quelle: Renner)


[Bild] „MP-10“ (Oberseite)


[Bild] Detail: Schlitzschraube des „MP-10“

Das „Mini Mammut“ ließ sich ebenfalls über den Spannrahmen antriggern. Wie dies bewerkstelligt werden sollte, verriet die Bedienungsanleitung (S. 5): „Wenn Sie den Ausgang ‚Rimout‘ … ebenfalls an Ihre PA anschließen, können Sie beim Anschlagen des Pad-Spannreifens den Rim-Shot Sound auslösen, der im Pad am Spannreifen aufgenommen wird. Sie können somit Rimshots spielen. Mit dem Signal ‚Rimout‘ … können Sie eine weitere MM Unit ansteuern, indem Sie das Signal über Klinkenstecker in den Eingang ‚Pad‘ … einer zweiten MM Unit geben.“ Bei meinen Pads funktioniert dies allerdings nicht. Oder nicht mehr. Schleierhaft ist mir auch, wo der Rahmenschlag-Sound herkommen sollte – eine Cartridge mit einem Rimshot-Sample gab’s schließlich nicht.

Aufbau: Unter der Schlagfläche – werksseitig ein schwarzes SONOR 10“ Fell – befand sich zunächst eine 3 mm starke Gummimatte, gefolgt von einer Holzscheibe aus hochverdichteter Pressfaser (10 mm), „… sternförmig eingekerbt …“ (v. Bohr, S. 131). So wurde erreicht, „… dass auch am Fellrand gespielte Schläge gleiche Intensität besitzen und genauso dynamisch reagieren wie diejenigen in der Fellmitte.“ An der Unterseite dieser Lage war der Piezo-Trigger (Fuji / Japan; 0,4 W, 8 Ω) angebracht, der die durch den Drumstick erzeugte Schlagenergie in einen elektrischen Impuls umwandelte. Abschließend fungierten 25 mm Schaumstoff (der in meinen Pads die Zeit erstaunlich gut überdauert hat) als absorbierender Unterbau des Ganzen. Eingefasst wurde diese sedimentartige Anordnung mit einem stabilen Kunststoffgussring, der eine sauber gearbeitete Gratung trug (erinnert ein wenig an die Fellauflagen der TAMBURO-Kessel aus der „Opera“-Serie). Die Art der Gratung dürfte bei einem E-Pad zwar keine Rolle spielen – der Vollständigkeit halber sei aber gesagt, dass es sich um eine doppelte 45° Gratung mit abgerundeter Kuppe handelte.


[Bild] Der Schichtaufbau des „MP-10“

Die stabile Unterschale war mit dem „SONOR“-Schriftzug und darunter – ganz selbstbewusst – mit „Made in Germany“ bedruckt. Ebenso die beiden Seiten, hier jedoch etwas kleiner. Als Anschluss diente eine XLR-Buchse.

Technische Daten

Pads der 2. Generation MP-10 (weitere Größen wurden nicht angeboten)
Maße (Durchmesser x Höhe) 31,3 x 8,3 cm
Gewicht 2,75 kg (!)
Fell 10“ (schwarz)
Spannreifen dreifach geflanschter Stahl, verchromt
Stimmschrauben (Schlitz) 5, verchromt
Rim Trigger ja
Hardware-Aufnahme Prismenklemmung, verchromt / im Gehäuse eingelassen / für ca. 10 mm Halter
Anschluss (male) XLR („CANNON“)
Entwicklungsstufe Serie

> Trigger Stick

Der 1987 erschienene – und patentierte – „Trigger Stick“ ist allem Anschein nach kaum über das Kleinserien-Stadium hinaus gekommen. Mit ihm sollte der Schlagzeuger in die Lage versetzt werden, per Drumstick entweder – in Schalterstellung „Select“ – schnell und unkompliziert von einem zum anderen Sound weiterzuschalten oder – je nach eingelegter Cartridge und in Stellung „Trigger“ – 1 bis 8 Drumsounds direkt anzuspielen. Im SONOR-Newsletter zu den Messeneuheiten des Jahres 1987 hieß es hierzu: „Mammut Digital Drum System erweitert. Dieses digitale Drum System wird durch den Trigger Stick … vervollständigt. Der Trigger Stick ermöglicht die Auswahl und das Abrufen von maximal 8 Sounds des Mammut Systems. Er kann einfach und in jeder Spielposition in die Hardware eines Drum Sets integriert werden.“ Genauer gesagt: „Dieser erlaubt die Selektion oder Auslösung der Sounds durch Anschlag auf eines von 8 Feldern des Trigger Sticks, so dass man den Trommelstock nicht aus der Hand zu legen braucht, um Klänge zu wechseln“ (SONOR: „Mini Mammut Bedienungsanleitung“, S. 3). Er verfügte über eine „… gummierte Oberfläche für guten Stick-Response“ (SONOR: „Begleitschreiben“).


[Bild] „Trigger Sticks“

Auch der „Trigger Stick“ war überaus robust ausgeführt. Die (stimm-)gabelartige Konstruktion besaß zwei runde Ausleger (Länge ca. 38 cm / Durchmesser ca. 2,8 cm) mit jeweils vier Schlagflächen (von je 8,5 cm Länge). Über einen achtpoligen DIN-Anschluss („Hufeisen“) und ein entsprechendes Kabel wurde der „Stick“ direkt mit dem „Mammut“ Modul verbunden, das zu diesem Zweck einen eigenen Eingang besaß. Ein Blick auf das technische Innere enthüllte eine mit „SONOR Trigstick“ (!) versehene Platine mit ICs des US-amerikanischen Halbleiterherstellers Texas Instruments. Einer der integrierten Schaltkreise trug sogar den Aufdruck „Germany“. Ein ziemlich exponierter Kippschalter ließ den Drummer zwischen den Modi „Select“ und „Trigger“ wählen. Eine rote LED diente der Funktionskontrolle und signalisierte Spielbereitschaft, sobald die Verbindung zwischen „Trigger Stick“ und Modul hergestellt war. Der „TS“ wurde offenbar mit einer „Vario Clamp“ und einem Haltearm geliefert (vgl. v. Bohr, S. 131).

„Die Technik bei dem Trigger Stick, auf eine druckabhängige Membran zu schlagen, war … neu. Leider sind die Membranen damals noch nicht so zuverlässig gewesen, wie ein paar Jahre später“ (Plaas-Link; aus einer E-Mail v. 21.03.2019).

Im Februar 2019 habe ich einen über eine ebay-Kleinanzeige angebotenen „Trigger Stick“ entdeckt und vom Vorbesitzer aus Rheine übernehmen können. In all den Jahren, in denen ich mich mit dem „Mammut“ beschäftigt habe, das erste Mal, dass ich dieses seltene Zubehör irgendwo finden konnte! Interessant dabei, dass der obere Ausleger werksseitig weder befestigt noch angeschlossen (angelötet) war! Drei Monate später habe ich einen weiteren bekommen (besser gesagt „geerbt“). Und zwar aus dem Fundus von Dr. Andreas Plaas-Link – vielen Dank dafür!

Dieses Prinzip der Soundauswahl wurde seinerzeit ebenfalls von SIMMONS (beim „SDS 7“), von DYNACORD (beim „P-20“) und später auch von ddrum angeboten, allerdings jeweils in Form eines flachen, viereckigen Multi-Pads.

> Percussion Mikrofon

Wie bereits weiter oben erwähnt, konnte das „Mammut“ auch über Mikrofonierung „gefüttert“ werden. Zu diesem Zweck und zu dieser Zeit bot SONOR sogar ein eigens auf Schlagzeuge abgestimmtes Mikrofon an; das „C 8“. Ein Richtrohr-Kondensator-Mikrofon, das (mit Spezialhalter, Kabel, Output Modul und Etui) 1989 für 527,- DM vertrieben wurde. Das Schwanenhalsmikrofon mit Keulencharakteristik benötigte eine 48 V Phantomspeisung (die das „Mini Mammut“ lieferte). Das „Fachblatt MusikMagazin“ 7/1987 urteilte: „Druckvoll, transparent, oben crisp“ (o.S.). Soweit ich weiß, genießt dieses Mikrofon unter Schlagzeugern auch heute noch einen guten Ruf.

Das „C 8“ war Bestandteil eines Mikrofon Systems, das als „MS 205“ bezeichnet wurde und aus vier bzw. fünf Mikrofonen dieses Typs und einem „B 6“ Mikrofon für Bassdrums bestand (vgl. SONOR: „Percussion – Das Mikrofon System für Drums“).


[Bild] SONOR-Mikrofon „C 8“

Das Mikro ließ SONOR übrigens bei AKG in Österreich fertigen, es soll baugleich mit dem AKG „C 747“ („Stäbchen“) gewesen sein. Gemäß Hans-Martin Wahler aus Siegen handelte es sich um „… die allerersten ‚Clip‘-Mikrofone, die für Schlagzeug[e] verfügbar waren“ (www.damarisjoy.de). „Das … C 8 ermöglicht eine saubere Abnahme auch von zwei nahe nebeneinander liegenden Drums (z.B. Tom Toms) und hat außerdem eine hohe Rückkopplungsfreiheit“ (SONOR: „Mammut Digital Drum System“, S. 5).


[Bild] Technische Daten (Quelle: SONOR)

> Hardware

Im westfälischen Aue konnte man sich vieler Einzelteile aus der Akustiktrommelproduktion bedienen: Solide verchromte Spannrahmen, die für SONOR typischen Schlitzschrauben, echte Schlagfelle (aus damals übrigens noch eigener Herstellung!), Prismenklemmen und weitere Hardwarekomponenten aus dem Zubehörprogramm der Serien „Exclusive“, „SONORlite“, „Performer“ usw.

Angeboten wurden:

Mini Mammut Halter
Pad Halter
Pad Doppelständer
Pad Doppelhalter
Pad Zusatzarm
Prisma Klemmung

Darüber, ob und inwieweit die speziell für das „Mammut Digital Sound System“ angebotene Hardware angenommen wurde, kann ich nur spekulieren. Mir scheint, dass zumindest nicht mehr viel davon übriggeblieben ist. Wenn „Mammuts“ heute gebraucht verkauft werden, dann eigentlich ausschließlich ohne Ständer oder Ähnliches. Vor diesem Hintergrund kann ich mich wohl glücklich schätzen, dass ich vor Jahren mal eine Doppelhalterung für zwei Module erwerben konnte.


[Bild] Originale Doppelhalterung für zwei „Mini Mammuts“

Die 10“ Pads passen übrigens immer noch auf die später von SONOR angebotenen Ständer (z.B. auf den „STS 476“)! Das, so meine ich, spricht für die Firmenphilosophie und eine kontinuierliche Kompatibilität der Produkte.

> Demo Kassette

Im Zuge der Produktvorstellung lancierte SONOR eine zeitgemäße Präsentation der mit dem „Mammut“ realisierbaren Sounds. Als Medium wählte man eine – heute antiquiert wirkende – Musikkassette (MC), die Interessierten das Wichtigste näher bringen sollte: Den neuen, elektronischen Sound. Ich nehme an, dass dieser Tonträger auf Musikmessen und über das Fachhändlernetz kostenlos an das geneigte Publikum und an potentielle Käufer verteilt wurde. Keine schlechte Idee in Zeiten, als es noch kein Internet gab.


[Bild] Demo Kassette

Das ca. 7-minütige Demo Band, das mir Dr. Andreas Plaas-Link freundlicherweise überlassen hat, präsentierte die Sounds des „Mammut Systems“ und deren Möglichkeiten zur Soundgestaltung. Dabei führte ein Sprecher – technisch zu einer high-tech-artigen „Roboterstimme“ verfremdet – durch die Beispiele und kommentierte sie (in englischer Sprache).

Einleger / Inhalt

Mammut Digital Drum System SONOR

1. Sonorlite Drum Set with two Mini Mammut Units triggered by two SONOR Percussion Microphones C 8
2. Demonstration of Mini Mammut Sound Controls
3. Rhythmic patterns of Mammut Sounds
Snare Drum, Bass Drum and HiHat triggered by drum machine, all other Mammut Sounds played with Mammut Trigger Stick

Mixed by Harro Kleffmann, Produced by Andreas Plaas-Link and Siegfried Acker

© 1987 – Johs. Link KG SONOR

Hörbeispiel (ausgewählte MP3-Datei)

Kassette – (Auszug): „3. Rhythmic patterns of Mammut Sounds

Auch DYNACORD arbeitete übrigens mit Musikkassetten, um ihre elektronischen (Drum-)Produkte Interessenten zu Gehör zu bringen.

> Bühneneinsatz

Ob, … von wem, wo und wann das „Mammut System“ je oder auch nur in Teilen auf die Bühne gebracht wurde, ist mir nicht bekannt. Mit zwei Ausnahmen:

Manfred Durban. Der 2016 verstorbene Drummer der „Flippers“ hat wohl im Laufe der Jahrzehnte so ziemlich jedes E-Pad auf der Bühne gehabt, zumeist als Paar auf einem Doppelständer! Zwei Bilder habe ich gefunden, auf denen ganz eindeutig SONOR-Pads abgebildet sind:


[Bild] Manfred Durban (†) mit SONOR-Pads (Quelle: Die Flippers)


[Bild] Die Flippers (Quelle: ebd.)

Udo Dahmen. Schlagzeuger und SONOR-Endorser, der zwischen 1986 und 1988 für die deutsch-britische Rockband „Lake“ trommelte (und ab 1987 Komponenten des „Mammut Systems“ benutzte). 1988 löste sich die Gruppe auf, zu einem Comeback in neuer Besetzung kam es 2003.


[Bild] Udo Dahmen mit „Mini Mammuts“, „Trigger Stick“, Pads und C 8-Mikrofonen (Quelle: SONOR)

> Vor- und Nachteile

In dieser Rubrik sollen die Vorzüge des Systems etwaigen Unzulänglichkeiten gegenübergestellt werden. Wo lagen die Stärken, wo die Schwächen des „Mammuts“? Und was beeinflusste möglicherweise die Etablierung am Markt der späten 80er Jahre?

Pro

Ich glaube, dass das bis hierher Geschriebene bereits ein klares Bekenntnis dazu abgegeben hat, was ich von dem „Mammut System“ halte. Es überzeugt mich sehr, auch nach dreißig Jahren noch! Und das liegt nicht nur an seinem ansprechenden und funktionellen Produktdesign (dem weiland bestimmt das Konstruktionsprinzip „Form follows function“ zu Grunde gelegt worden ist).

Es war schon ein durchdachtes Konzept, auch durch seine modularen Komponenten, die vielfältige Einsatzmöglichkeiten eröffneten. Hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang auch das zum System gehörende Percussion Mikrofon, das den Reigen auf konsequente Weise komplettierte. Mir fällt kein anderer E-Drum-Hersteller der 80er Jahre ein, der sonst Mikros bereithielt (außer SIMMONS mit seinen aufklebbaren „Hexabug“ Drum-Triggern). Sogar Endstufen und Lautsprecher waren vorgesehen (vgl. SONOR: „Datenblatt inkl. Sound-Bibliothek und Preisliste“).

Ein hochwertiges Produkt: „… from the moment I caught sight of Mammut it was obvious here was a very professional product which had obviously had a great deal of thought put into it. It had clearly been researched pretty thoroughly …“ (Henrit). Die erstklassige Qualität und Stabilität suchte ihresgleichen, meine ich: Wer allein nur einmal ein „Mammut“-Pad in Händen gehalten hat und dies mit einem x-beliebigen Pad eines anderen Anbieters jener Zeit vergleichen konnte, wird keinen Zweifel an der Güte der Hardware hegen.

 Eindeutig „punkten“ konnte SONOR in der Rückschau und ganz eindeutig mit den originalen Schlagzeugfellen und Rims: „… die Pads kommen vom Spielgefühl her einer echten Trommel erschreckend nah …“ (N.N.[2], S. 65).

Die Pads besaßen eine sensible Triggeransprache, die 12-Zöller der 1. Generation (Prototypen) waren auf komfortables Spiel ausgelegt, die 10“ Pads der 2. Generation und die „Mini Mammut Units“ selbst auf Kompaktheit.

Auch der gabelartige „Trigger Stick“ verdiente Anerkennung wegen seiner konstruktiven Ausführung.

 Das System stellte eine prima Ergänzung zu akustischen Sets dar – mit einfacher, intuitiver Bedienbarkeit. Mit zudem geradezu enormer Klanggestaltung über 12 Schieberegler, die wiederum zu einer schnelleren Erfassbarkeit der aktuellen Einstellungen beitrugen.

 Das „Mammut“ bot erfreulich viele Anschlussbuchsen und damit -möglichkeiten, unter anderem einen Mikrofonanschluss mit Phantomspeisung!

Das breit gefächerte Soundangebot war darüber hinaus schon ein Argument für sich. Sogar Cymbal-Sounds existierten! Bob Henrits Einschätzung zu den Sounds: „All of these were available in the Mammut sound library which for me was one of the real selling-points for it as far as the recording studio was concerned.“

 Auch in ihrer Qualität waren die Sounds hervorragend: „Mit diesem analogen Drummodul lassen sich ziemlich ausgefallene Electro-Drumsounds realisieren, die äußerst durchsetzungsfähig sind und frisch klingen“ (Lösener, S. 82). „Relevant ist das Mini Mammut auch heute noch, da sich mit ihm gute Electro-Drumsounds (vor allem Snares, aber auch Bassdrums und HiHats [ob HiHat-Sounds wirklich existierten, kann ich nicht beurteilen; möglich, dass sie ab der 2. Jahreshälfte 1987 verfügbar waren, d. Verf.]) erzeugen lassen, die zum Teil sehr eigen klingen (von pappig bis fett) und sich von gängigen SIMMONS-Sounds unterscheiden. (…) Pluspunkte macht das Mini Mammut mit seinem eigenständigen Sound und den Möglichkeiten der intuitiven Klanggestaltung …“ (ebd., o.S.). „Die Besonderheiten des SONOR Mini Mammut sind der hochwertige Sound, … das analoge Filter und die vielen Einstellmöglichkeiten des Sounds mit den kleinen Reglern auf der Frontseite. Wie man … auf youtube sehen kann, lässt sich dieser Expander sehr gut für Effekte einsetzen, da der Sound schon wirklich einzigartig ist. Das Geheimnis ist die besondere Klangerzeugung: … Samples können mit Analogfilter und Modulationsmöglichkeiten vielfach verbogen werden“ (aus einer ebay-Artikelbeschreibung).

 Die Beständigkeit: Nun sind elektronische Geräte und Musikinstrumente ja nicht gerade dafür bekannt, unbegrenzt funktionsfähig zu sein – im Gegensatz zu rein akustischen bzw. mechanischen Instrumenten aus Holz und / oder Metall. Da erstaunt es schon, dass die Funktionsfähigkeit des „Mammut Digital Drum Systems“ auch über 30 Jahre nach seiner Markteinführung noch weitgehend gegeben ist. Für die in meinem Besitz befindlichen Komponenten kann ich dies zumindest bestätigen! Bis auf ein defektes Modul, das aber vermutlich von fachkundiger Hand leicht wieder instandgesetzt werden kann, funktionieren alle „Devotionalien“ immer noch perfekt!

„Im Nachhinein war das Gerät in einigen Bereichen seiner Zeit weit voraus …“ (Plaas-Link; aus einer E-Mail v. 21.03.2019).

Das „musik spezial“ meinte darüber hinaus, dass das „Mammut“ und „… dessen Eigenschaften auch eingeschworene Akustik-Drummer überzeugen dürfte. SONOR orientiert sich in allen Bereichen sehr eng an den Bedürfnissen des normalen Trommlers“ (N.N.[2], S. 65).

„Am Schluss bliebe noch zu erwähnen, dass SONOR bei seinem Mini Mammut viel Sorgfalt bei den Sounds hat walten lassen und die übrigen Teile in gewohnter Qualität verarbeitet hat. (…) Das Mini-Mammut-System bietet … insgesamt eine kompakte, gut durchdachte Erweiterung zum akustischen Drumset. Von der Bedienbarkeit ist es auch für nicht E-Drum-Spezialisten leicht zu verstehen und zu handhaben. (…) Eine gut gelungene Synthese zwischen E-Drums und akustischen Drums mit Kreativitäts-Garantie für den experimentierfreudigen, modernen Drummer“ (v. Bohr, S. 131).

Contra

Das System war teuer. Viel zu teuer. Jedenfalls für eine breite Käuferschicht. Hier mag auch der Produktionsstandort Deutschland eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben. DYNACORD z.B. ließ vermutlich deshalb die Pads in Fernost fertigen. Ungeachtet der unbestritten erstklassigen Ausstattung und Qualität stellte der Preis mit Sicherheit ein kategorisches Ausschlusskriterium für viele Schlagzeuger dar. Als High-End-Produkt richtete es sich vor allem an Profis, denke ich. Dem „ADD-one“ aus Straubing gewiss nicht unähnlich, das 1987 in Kombination mit dem „ADD-drive“ atemberaubende 9.300,- DM kostete – ohne Hardware, versteht sich! (vgl. Grandl, S. 1).

 Das modular angelegte „Mini Mammut System“ war zudem vermutlich uninteressant für Musiker, die ein komplettes E-Dum bevorzugten.

Ein Bassdrum-Pad wurde (ab 1987) nicht mehr angeboten. Unverständlich eigentlich, zumal Bassdrum-Sounds ja sehr wohl erhältlich waren. Insofern war das System aus meiner Sicht unvollständig.

Kein Display zur Ablesung des gewählten Sounds. Zwar konnte der jeweilige Klang über den Schieberegler „Select“ zumindest numerisch erfasst werden, die Soundbezeichnungen einer Cartridge waren im eingeschobenen Zustand aber nicht mehr ablesbar. Der Vorteil: Die mechanische „Anzeige“ des Reglers arbeitete absolut störungsunanfällig. Ein Display konnte derweil über die Jahre seine Funktion versagen.

 Keine Presets. Ein interner Sound pro „Unit“ war nach meinem Dafürhalten unzureichend. Hier hätten wenigstens eine Handvoll Klänge (z.B. die eines Standard-Sets: Bass Drum, Snare, Tom high, Tom medium, Floor Tom / Tom low) bereits im Gerät integriert werden müssen. Das Problem zeigt sich heute: Kauft man ein gebrauchtes „Mini Mammut“, so fehlt es oft an einer Cartridge. Besitzt man zwei oder drei Geräte, lässt sich eine angestrebte Sound-Kombination zumeist nicht realisieren, da die Soundträger einfach nicht (mehr) zu bekommen sind. Auch nach langer Suche, wovon ich aus eigener Erfahrung leidvoll zu berichten weiß …

 Ohne Cartridges also praktisch nicht nutzbar.

 Keine Speichermöglichkeit. Außer eben, wie in der Rubrik „Module“ bereits beschrieben, über die Beibehaltung der Reglereinstellungen.

 Nachteilig „… ist die nicht vorhandene Resonanz des Filters und die fehlende Midi-Fähigkeit“ (Lösener, o.S.).

Die „Sound-Bibliothek“ hielt keine großen Floor Toms (z.B. 16“ oder 18“) bereit! Den tiefsten Tom-Sound bildete das Sample eines 15“ Kessels.

 Die klassisch kreisrunde Formgebung der Pads passte zwar zu einem traditionsbewussten Unternehmen wie SONOR und zu eher „konservativen“ E-Schlagwerkern (so es denn solche gab), andererseits galten in den 80er Jahren klare Vorstellungen darüber, wie E-Pads auszusehen hatten. Sie mussten dem „neuen“ Sound entsprechen und futuristisch wirken. Nach damaligem Verständnis wirkten runde Pads derweil ein wenig langweilig. Eckiges und Kantiges aber war gefragt. Das entsprach dem digitalen Sound, das war die Ästhetik jener Zeit. Insofern kann ich mir vorstellen, auch wenn dies natürlich keine technisch-konstruktive Schwäche darstellt, dass das Design durchaus als „Minuspunkt“ betrachtet werden konnte.

Wünschenswert wäre (alternativ zum „Trigger Stick“) ein Fußtaster gewesen, was aber in diesem Zusammenhang nicht als Mangel gewertet werden kann.

Resümee

Ich denke, dass bei einer zurückschauenden Bewertung klar zwischen dem Produkt selbst und den damals determinierenden Rahmenbedingungen unterschieden werden muss, unter denen das „Mammut“ einst das Licht der Welt erblickte!

Im Kontext der späten 80er Jahre beeinflussten seinerzeit gleich mehrere „Parameter“ die Erfolgsaussichten des „Mammut Systems“:

Einerseits sicherlich die späte Markteinführung (1986 bzw. 1987). Den Markt hatte SIMMONS bereits nachhaltig vereinnahmt. Es dürfte für SONOR und andere „Zugestiegene“ ausgesprochen schwer gefallen sein, Marktanteile für sich zu gewinnen. Zumal sie mit ihren neuen Produkten nur einen geringen Bekanntheitsgrad* erreicht haben dürften. Kaum nachvollziehbar ist für mich in diesem Zusammenhang, dass SONOR das System nicht in die Gesamtkataloge aufgenommen, sondern gewissermaßen „nebenbei“ beworben und vertrieben hat.

* Zum Bekanntheitsgrad, zur Verbreitung und Beliebtheit des „Mammut Systems“ lieferte das „Fachblatt MusikMagazin“ 2/1989 – wenn auch gewiss nicht repräsentative – indirekte Belege, indem es die Ergebnisse einer Leserbefragung veröffentlichte. In der Kategorie „DRUMS ELEKTRONISCH“ wurde seinerzeit das folgende Ranking der „Trauminstrumente“ aufgestellt:

1. SIMMONS (mit dem „SDX“ und diversen anderen Serien)
2. DYNACORD (mit dem „ADD-one“ und dem „P 20“)
3. ddrum
4. Roland
5. YAMAHA

Hier wurde das „Mammut“ nicht einmal erwähnt, während SONOR in der Kategorie „DRUMS AKUSTISCH“ unter zehn Herstellern klar den 1. Platz belegte (und zwar mit den Serien „Hilite“, „Signature“ und „Lite“).

Die technische Entwicklung schritt damals rasend schnell voran. „Alle drei Monate gab es was neues, das doppelt so gut wie das alte und halb so teuer war. Da haben sich einige Firmen die Finger verbrannt“ (Mühlbauer; aus einer E-Mail v. 21.01.2017).

Erschwerend sehe ich deutliche Wettbewerbsnachteile durch den Status eines traditionellen Holzinstrumentenherstellers. Vielleicht „hinkt“ der folgende Vergleich ein wenig, ich möchte ihn aber dennoch bemühen, um Parallelen aufzuzeigen: Eine professionelle Analogkamera suchte man sich in der Phase der aufkommenden Digitalfotografie mutmaßlich eher bei den herkömmlichen und bewährten Kameraherstellern (z.B. bei Leica, Nikon oder Minolta). Während man sich bei digitalen Apparaten tendenziell vielleicht eher an Unternehmen orientierte, die eine einschlägige, elektrotechnische Expertise vorweisen konnten (etwa Panasonic, SAMSUNG oder SONY).

Die Absätze blieben vermutlich auf den westdeutschen (vielleicht auch partiell auf den westeuropäischen) Markt beschränkt: Gebrauchte Komponenten bei ebay stammen stets und ausschließlich von deutschen Verkäufern.

„To be honest I don’t have any idea if Mammut … was successful because I don’t recall seeing any of them here in the UK. This was probably because by 1987 SIMMONS were getting ready to make a really quantum-leap … with their ‚all-singing, all-dancing‘ SDX“ (Henrit). Er ging davon aus, dass sich die meisten, die damals ein elektronisches Schlagzeug anschaffen wollten, eher für den Marktführer entschieden haben, als einem (in diesem Bereich) unbekannten Debütanten den Vorzug zu geben. Zumal SIMMONS mit einer großen Bandbreite von Produkten zu unterschiedlichen Preisen aufwartete.

All dies, zudem die „… fehlende Midi-Tauglichkeit, der relativ hohe Preis und der spezielle Sound mögen der Grund dafür gewesen sein, dass das analoge Urviech an den evolutionären Bedingungen einer digitalisierten Umwelt gescheitert ist“ (Lösener, S. 82). Der Autor schätzte ein, dass das „… Mini Mammut … für SONOR jedenfalls nicht gerade ein Kassenschlager“ war (ebd.).

Jemand, der (oder die?) sich „Klara Kopf“ nannte, sprach im August 2016 von einem „… financial desaster for SONOR ….“. Jemand, der (bzw. die) aber auch das „Mini Mammut“ für einen „… analogue drum-synthesizer from back 1972“ hielt (Quelle: www.flickr.com). Nun ja …

Und Alex Mühlbauer vom „Pro Percussion Center“ äußerte im Januar 2017 sogar: „Ob das SONOR System jemals vermarktet und verkauft wurde, weiß ich nicht. Wir haben es jedenfalls nie im Laden gehabt“ (aus einer E-Mail). Nun, verkauft wurde es schon. Aber bei Weitem nicht in der erhofften Stückzahl*, mit der sich Horst Link in dieser Instrumentensparte an die Weltspitze setzen wollte. Sonst hätte ich wohl im SONOR-Werksmuseum während meines letzten Besuches im Jahre 2008 ein Exemplar in Augenschein nehmen können. Tatsächlich suchte ich das „Mammut Digital Drum System“ dort aber vergebens!** So dass der Eindruck gewonnen werden konnte, es habe gar nicht existiert.

* Was aber sind zufriedenstellende Stückzahlen? Die höchste mir bekannte Produktions- oder Seriennummer einer „Mini Mammut Unit“ ist die „No. 0560“. Demnach sind also mindestens 560 Einheiten gebaut und wohl auch verkauft worden, nehme ich an. Vielleicht auch mehr. Aber ob das ausreichte, die Entwicklungskosten zu amortisieren oder „schwarze“ Zahlen zu schreiben? Vom SIMMONS „SDX“ ist bekannt, dass lediglich 250 Konsolen verkauft worden sind. Das kann – auch ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse – nicht aufgegangen sein!

** Wie Felix Renner allerdings berichtete, hat sich das in der Folgezeit geändert: Im März 2016 „sichtete“ er ein „Mammut“-Set (mit vier schwarzen Pads; wohl aber ohne Steuergerät/e) in der firmeneigenen Ausstellung (aus einer E-Mail v. 25.01.2017).

Unabhängig davon habe ich das Gefühl, dass das „Mammut“ heute bei SONOR eher als Nischen- oder Nebenprodukt betrachtet wird. Und das war es wohl auch. Über die SONOR-Seite lässt sich das Thema nicht erschließen. Bis zur Neugestaltung der Homepage (im August 2019) tauchten über die Suchfunktion der Rubrik „Media“ zumindest zwei Dokumente auf.

Auch bei HOHNER konnte auf telefonische Nachfrage im März 2019 niemand mehr etwas zum „Mammut System“ sagen. Es ist einfach zu lange her …

„Warum es, zwar vorgestellt auf der FMM 1987, nicht weiterentwickelt bzw. richtig vermarktet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis“ (Niklewski; aus einer E-Mail v. 12.03.2019). Eine Antwort auf diese Fragen lieferte Fritz Steger (www.drumhouse.com) im April 2019, sich an ein Gespräch mit Horst Link erinnernd: „… schnell zeichnete sich wohl ab, dass die Investitionen deutlich höher ausfielen, als zunächst prognostiziert, so dass er [Horst Link, d. Verf.] das Projekt zunächst eindampfte und dann komplett stoppte“ (aus einer E-Mail). Eine weitere Erklärung ist wahrscheinlich darin zu sehen, dass sich nach dem Ausscheiden des federführenden Entwicklers aus dem Unternehmen – Dr. Andreas Plaas-Link – (im Jahr 1987) niemand mehr finden ließ, der das „Mammut System“ hätte weiter voranbringen können: „Und es gehört natürlich eine Weiterentwicklung dazu. Das war Generation eins, nicht zwei, drei oder vier, wo die Sachen erst gut werden. Also dazu hatte SONOR keinen langen Atem. Um das jetzt zu einer wirklich belastbaren, dauerhaft erfolgreichen Geschichte zu entwickeln, dazu fehlte die Geduld, das Geld und dann auch das Personal“ (Plaas-Link; aus einem Interview v. 11.05.2019).

Die Einstellung des „Mammut-Programms“ dürfte damit so ungefähr in die Zeit gefallen sein, in der es sich abzeichnete, dass SONOR an HOHNER verkauft werden sollte (also um 1990).

Das E-Drum von SONOR. Ein großer Wurf, aber eben kein großer Erfolg*.

* Das genetische Zeug dazu hätte es gehabt, weshalb ich dem westfälischen „Mammut“ einen – entgegen anders gerichteter Annahmen – weitaus höheren Stellenwert in der Evolutionsgeschichte der elektronischen Schlagzeuge zusprechen möchte!

Seither ist viel passiert. Elektronische Schlagzeuge haben sich gewaltig weiterentwickelt. Der technische Fortschritt hat mit den Jahren enorme Möglichkeiten eröffnet. Möglichkeiten, die sich 1987 kein Konstrukteur hätte vorstellen können.

Das „Mammut“ von SONOR ist unterdessen, … irgendwann und in aller Stille … ausgestorben! Übriggeblieben sind ein paar Fossilien und verblassende Erinnerungen. Das aber, was die Zeiten überdauert hat, zeugt von der einstigen Größe dieser Schöpfung …

> Erbfolge des „Mammuts“

Und heute? Was ist aus der Idee geworden, akustische Schlagzeuge mit elektronischen Elementen zu ergänzen?*

* Wobei hier nicht der Eindruck vermittelt werden soll, dass SONOR diese Idee hervorgebracht habe … 

Sie hat sich längst etabliert, möchte ich meinen. Sie heißen „Hybrid Drums“ und verbinden Elemente aus beiden Systemen (und Zeitaltern). Zahlreiche Hersteller bieten dazu Pads, Trigger und spezielle Steuergeräte an. Aber auch Triggerfelle (z.B. die „Tru-Trac Electronic Drumheads“ von Pearl), die gegen das herkömmliche Schlagfell ausgetauscht werden und im gleichen Maße das äußere Erscheinungsbild wie die Haptik eines akustischen Sets bewahren.


[Bild] „Hybrid Drum“ / SONOR-Schlagzeug mit Roland „TM-2“ Modul und Triggern (Quelle: Roland)

Hauke Lang, Product Manager „Drums & Percussion“ bei Roland: „Heutzutage verwenden die meisten professionellen Drummer Elektronik in ihrem Drumset. Denn oft reicht der Akustik-Sound nicht für jede Musikrichtung aus und es werden E-Sounds benötigt. Hier können beispielsweise Subbässe oder Originalsounds aus dem Studio hinzugemischt werden, um einen fetteren Sound zu gestalten. Oder es lassen sich Sounds wie Tambourine, Claps, Elektrosounds sowie Loops in das Spiel integrieren“ (Quelle: www.tools4music.de).

Und die Firmen, die sich während der 80er Jahre – in der Pionierzeit der E-Drums – an der elektronischen Klangerzeugung versucht haben? Nun, viele davon gibt es immer noch. Nicht wenige haben sich seinerzeit aber mit mäßigen Absätzen abfinden müssen und sich aus dieser Sparte zurückgezogen. Andere Hersteller oder Marken sind inzwischen „relaunched“ worden, z.B. 2box (aus ddrum hervorgegangen) oder SIMMONS (anfangs ohne, später mit Beteiligung von Dave Simmons). Den Markt haben sich derweil Roland, YAMAHA und vielleicht noch ALESIS untereinander aufgeteilt.

Die Sounds des „Mammut Systems“ lassen sich übrigens prima „extrahieren“ – also z.B. als Wavedateien aufnehmen – und damit gewissermaßen „paläontologisch konservieren“, um sie über moderne Soundmodule wieder zum Leben zu erwecken, angetriggert vorzugsweise natürlich mit originalen SONOR-Pads.

> Galerie

Hier habe ich neben einigen „Funden“ aus dem Netz (u.a. über ebay) ein paar Bilder verwendeter Musikzeitschriften, eigener Komponenten (darunter auch Prototypen aus der Entwicklungsphase) und „Arrangements“ eingefügt.

[Bilder]

> Gebrauchtmarkt / -preise

Zur Orientierung, zu welchen Preisen gebrauchte Komponenten des „Mammut Systems“ verkauft wurden, habe ich mal über einen begrenzten Zeitraum Angebote erfasst und hier zusammengestellt:

ebay / Auktionen

Artikel Datum Preis / €* Gebote Standort Bemerkung
Modul MSU 05.09.2010 102,- 8 Deutschland
Mikrofon C 8 23.04.2011 149,- 0 Deutschland mit Klemme und Tasche
Modul MSU 04.05.2012 93,72 15 Deutschland mit Netzteil
Demo Kassette 20.10.2012 10,63 5 Deutschland
Pad MP-10 30.10.2012 30,49 2 Deutschland 2. Generation
Farbprospekt 18.12.2012 4,99 1 Deutschland mit Begleitschreiben
Pad MP-10 11.01.2013 11,61 7 Deutschland 2. G., als Ersatzteil / defekt
Modul MSU 14.01.2013 77,71 13 Deutschland unbenutzt (!), mit Netzteil und Bedienungsanleitung
Pad MP-10 / w 06.03.2013 13,50 5 Deutschland 2. Generation, ohne Garantie
Modul MSU 21.03.2013 165,- P.-Vorschlag Deutschland mit Netzteil und Anleitung
Pad MP-8 31.03.2013 51,- 7 Deutschland 1. G., ohne Flügelmutter
Pad MP-12 31.03.2013 51,- 8 Deutschland 1. Generation, mit Stativ
Front Panel 07.04.2013 27,- 0 Deutschland
Cartridge P 3 07.04.2013 59,- 1 Deutschland vermutl. ein Prototyp (!)
Modul MSU 20.06.2013 < 260,- P.-Vorschlag Deutschland mit Netzteil und Anleitung
Modul MSU 12.08.2013 349,- Deutschland mit Netzteil und Cartridge
Modul MSU 18.08.2013 231,- 12 Deutschland mit Netzteil
Modul MSU 08.09.2013 91,- 7 Deutschland defekt, mit Cartridge (DR 2)
Modul MSU 08.09.2013 85,- 6 Deutschland defekt, ohne Netzteil
Modul MSU 17.09.2013 299,- 1 Deutschland mit Netzteil und Cartridge
Bed.-Anleitung 10.11.2013 1,- 1 Deutschland original, sehr gut erhalten
Modul MSU 19.11.2013 62,58- 6 Deutschland defekt, ohne Netzteil
Modul MSU 09.12.2013 80,- 0 Deutschland defekt, ohne Netzteil

Ab etwa 2014 / 15 wurden kaum noch Komponenten in nennenswertem Umfang angeboten.

ebay / Kleinanzeigen

Im Februar 2017 wurden in einer ebay-Kleinanzeige gleich acht (!) anthrazitfarbene SONOR-Pads („MP-10“) angeboten, zusammen mit einem CASIO-Pad und einem Bassdrum-Trigger von DYNACORD. Preis: 330,- €*.

Ebenfalls in einer ebay-Kleinanzeige wurde im Februar 2019 ein SONOR-Modul („MSU“) angeboten, zusammen mit einer Cartridge („M 1“), einem Netzteil und einem „Trigger Stick“ (!). Preis: 320,- €* VB.

Für Enthusiasten wahre und einmalige Glücksfälle!

* (Preise jeweils ohne Versandkosten)

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